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Begegnen, Erinnern, Erleben: Die Erinnerungswerkstatt Romrod als Anker im Alltag

Seit über einem Jahr finden im Seniorenwohnheim „Hausgemeinschaft Schlossblick“ wieder im 14-tägigen Rhythmus die sogenannten Erinnerungswerkstätten statt. Das Angebot richtet sich an die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses sowie an Seniorinnen und Senioren aus Romrod, die Freude daran haben, sich zu treffen und in Erinnerungen zu schwelgen.

Begegnen - Erinnern - Erleben: Die Erinnerungswerkstatt Romrod als Anker im Alltag

Erinnerungswerkstatt mit abwechslungsreichem Programm - ein wichtiger Anker im Alltag | © Dr. B. Richtberg

Im Rahmen des ZWK-Prozesses entstand im Handlungsfeld „Sorgende Gemeinde und ehrenamtliches Engagement“ die Idee, die „eingeschlafene“ Erinnerungswerkstatt wiederzubeleben und dafür das 2019 errichtete Seniorenwohnheim „Haus Schlossblick“ in der Kernstadt von Romrod als Treffpunkt zu nutzen.

Ein Team aus Ehrenamtlichen des Fördervereins Sozialstation, der Sozialstation selbst und des Mehrgenerationenhauses Romrod hatte sich das Format ausgedacht: In lockerer und ungezwungener, aber gut betreuter Runde geht es darum, wie es früher war – um das gemeinsame Anknüpfen an Erinnerungen und Erfahrungen – und um den Austausch über das Heute.

Spiel, Spaß und gemeinsames Singen

Außerdem wird gebastelt, geraten und Bingo gespielt, um die grauen Zellen zu trainieren und gemeinsam Spaß zu haben. Tempo und Art der Aktivitäten richten sich nach den Teilnehmenden, die auch eigene Ideen einbringen. So wurde zuletzt beispielsweise ein selbstgeschriebener, heimatbezogener Sketch in Mundart vorgetragen, der für ausgelassene Stimmung sorgte.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Treffens ist das gemeinsame Kaffeetrinken. Dabei bilden sich kleine Gesprächsrunden mit unterschiedlichen Schwerpunkten, unter anderem auch die Abteilung „Klatsch und Tratsch“ im gut gemeinten Sinne. Wer kennt wen? Wie geht es „xy“? Wann habt ihr „z“ zuletzt gesehen? Warum kommt „q“ nicht mehr? ... und so weiter.

Das Singen als Abschlussritual bewirkt, dass sich alle im gemeinsamen Lied zusammenfinden und einander als eine Stimme hören und wahrnehmen. Damit geht der Nachmittag zu Ende und die Besucherinnen und Besucher müssen meist mit den Kuchenkrümeln „hinausgefegt“ werden.

Ziel des Ansatzes ist es, den oft gleichförmigen Alltag älterer Menschen durch ein regelmäßiges und strukturiertes Treffen zu „unterbrechen“, bei dem durch Begegnung und ein aktives Angebot der Vereinsamung entgegengewirkt wird. Letztlich geht es aber auch darum, ein Netzwerk von „Kümmerern“ aufzubauen, die längerfristig einen Teil der Betreuungsarbeit in der Gemeinde übernehmen.