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Der Landkreis Uckermark liegt im Nordosten Brandenburgs an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern und zur Republik Polen. Mit einer Fläche von 3.077 km², 118.250 Einwohnerinnen und Einwohnern (EW) (Stand 31.12.2020) und einer mittleren Einwohnerdichte von 38 EW/km² gehört er zu den ländlich geprägten und den am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands. Der Landkreis Uckermark ist administrativ gegliedert in fünf amtsfreie Städte, fünf Ämter und drei amtsfreie Gemeinden. Diese gliedern sich in zwei amtsangehörige Städte, 26 amtsangehörige Gemeinden, 149 Ortsteile, 162 Gemeindeteile und 319 Wohnplätze, Siedlungen und Einzelgehöfte, also insgesamt 630 Ansiedlungen. 

Die disperse Siedlungsstruktur des Landkreises zeigt sich deutlich bei der Analyse der Gemeindegrößenklassen. Durch die Gemeindereformen wurde die tatsächliche siedlungsstrukturelle Verteilung der Orte verklärt. Von den 630 Ansiedlungen haben nur acht Orte mehr als 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner (EW) und mehr als 500 Orte weniger als 300 EW, wobei der Anteil der Orte unter 100 EW bei weit über 50 % dieses Wertes liegt. Charakteristisch sind neben typischen Dorfstrukturen zudem zerstreute Einzelgehöfte, Ausbauten, Kleinstsiedlungen und ehemalige Gutshofstrukturen.

Drei nationale Naturlandschaften bewahren das Erbe der eiszeitlichen Landschaft - der Naturpark Uckermärkische Seen, das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und der Nationalpark Unteres Odertal. Rund 60 % der Fläche der Uckermark stehen unter Natur- und Landschaftsschutz. Über 500 Seen sowie Tausende kleine Tümpel, Sölle, Moore, Bäche und Flüsse machen die Uckermark zu einer der wasserreichsten Regionen Deutschlands.

Die Uckermark als periphere, ländlich geprägte Region ist in besonderem Maß mit den Herausforderungen des demografischen Wandels (Überalterung, Geburtendefizit, Abwanderung der aktiven Teile der Bevölkerung, Herausbildung einer Residualbevölkerung) konfrontiert, welche durch eine negative, deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegende Bevölkerungsentwicklung forciert werden. Sie hat gravierende Folgeprobleme u. a. für die Aufrechterhaltung der sozialen Daseinsvorsorge, der Grundversorgung, Mobilität und Bildungsangebote etc., aber auch für das bürgerschaftliche Engagement vor allem im ländlichen Raum.

Ab 2011 wurde mit der Erarbeitung der Regionalstrategie Daseinsvorsorge Uckermark 2030 ein breiter und transparenter Kommunikationsprozess begonnen. Dieser zeigte weitere Problemfelder in der Uckermark, die da heißen: Fachkräftesicherung, Leben im Alter, Bildung und Betreuung, kommunale Gefahrenabwehr und technische Infrastruktur. Eine Reihe weiterer Faktoren sind problematisch für die Region und tragen zur Abwanderung und kaum Rückkehr bei: Dazu zählen das niedrige Lohnniveau, eine geringe Wirtschaftskraft, die Anwesenheit von nur wenigen größeren Betrieben und eine nur geringe Branchenvielfalt. Außerdem gibt es keine Universität bzw. Hochschule im Landkreis.

Somit erfordert die demografische Entwicklung in den peripheren ländlichen Regionen wie der Uckermark nicht nur eine neue Denkweise im Umgang mit sich verändernden Bevölkerungszusammensetzungen, dünner besiedelten Infrastrukturen und all den Fragen eines „werten“, nicht „gleichwerten“ Lebensanspruchs im ländlichen Raum. Die Erwartungen der Bevölkerung zur Beteiligung nicht nur am täglichen Arbeits- und Lebensprozess, sondern an der Mitbestimmung von Lebenszusammenhängen, an Zukunfts– und Infrastrukturentwicklung, an kleinen wie großen Projekten in der (Vor-)Sorge ums Dasein sollten mit der Fortschreibung der Regionalstrategie als strategisches regionales Entwicklungskonzept aufgegriffen werden.

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